Maerchenbrunnen

Menschen, Orte und Geschichten in Friedrichshain.

# SCOTT

Musiker & Fotograf

 

Scott ist gerade erst aus Brooklyn, NYC, in Berlin angekommen, wo er sich dank eines Künstlervisums für ein paar Wochen aufenthalten wird, um seinen Lo-Fi-Folk unter die Leute zu bringen.  Uns erzählt er, worum in Friedrichshain Heimatgefühle aufkommen und was er sonst noch so von unserem Kiez hält.

Scott, bist Du zum ersten Mal in Friedrichshain? Und wie gefällt es Dir hier? Ich war schon ein paar Mal in Berlin, aber da habe ich in Kreuzberg oder Neukoelln gewohnt. Ich bin also zum ersten Mal in Friedrichshain - und es ist wunderschön!

Was war Dein erster Eindruck, als Du hier angekommen bist? Es ist groß. Flachland. Kalt und grau. Bin ich der einzige Mensch in Berlin, der nicht raucht? Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich an das trostlose Wetter gewöhnt habe - abgesehen davon ist es ziemlich großartig hier! 

Was gefällt Dir an Berlin am besten? Das Nachtleben hier ist absolut fantastisch. Es gibt so viele Orte für Künstler, wie in Brooklyn, aber hier ist es um einiges preiswerter. Mir gefällt es, dass es hier leichter ist, von seiner Kunst zu leben. Das ist toll und so gut für die Kreativität!

Du kommst aus Brooklyn - gibt es irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen Deinem und unserem Kiez? Friedrichshain hat auf jeden Fall einen “Brooklyn Vibe”. Dieser besteht aus einer eigenen, kleinen bunten Welt, die voller Cafés, Flohmärkte, Bars und Menschen in den Straßen ist. Es gibt hier sogar die gleichen nervigen American-Apparel-Anzeigen, ha! Mir gefällt Friedrichshain sehr gut und es erinnert mich total an zu Hause - mehr als jede andere Berliner Gegend.

Meinst Du, Du wirst hier Inspiration für Deine Musik oder Fotografie finden? Wenn ich etwas mehr Zeit hier hätte, dann bestimmt - aber ich müsste im Frühling oder Sommer hier sein. Sonnenlicht ist für mich und mein Gemüt sehr wichtig. Der dunkle Winter ist schon ganz schön hart. Kälte macht mir nichts aus, aber ich brauche Sonne!

Was vermisst Du am meisten, wenn Du auf Tour in Europa bist? Es fehlt mir manchmal, einfach in meinem Zimmer zu sitzen und nichts zu tun. Das Gefühl, sicher und wohlbehalten zu Hause zu sein. Abgesehen davon liebe ich es, neue Menschen kennen zu lernen.

Kennst Du deutsches oder Berliner Essen? Schon was ausprobiert? Das steht noch auf meiner Liste. Hier scheint der Doener zu regieren! Man hat mir aber einen Tip für einen deutschen Metzger gegeben, der gute Wurst machen soll, da werde ich definitiv hingehen. Ich habe auch sehr leckeres sudanesisches Essen entdeckt. Ich bin für alle Vorschläge offen - mailt mir!

Wie wird Dein Fazit über Berlin und Friedrichshain ausfallen? Obwohl ich mich erst an das graue Wetter gewohnen musste, ist Berlin ein toller Ort, der mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist. Ich wünschte, ich könnte länger bleiben. Ich freue mich schon, zurück zu kommen, wenn hier so richtig die Sonne scheint!

Welchen Soundtrack hat Brooklyn, und welchen Friedrichshain? Schwere Frage - da bin ich nicht so der Experte. Wenn ich an Brooklyn denke, denke ich an die Dirty Projectors, keine Ahnung warum, denn eigentlich kenne ich ihre Musik gar nicht so gut. Aber sie sind die ersten, an die ich denken muss - und auch an Clap Your Hands Say Yeah. Friedrichshain würde für mich elektronischer klingen - aber wahrscheinlich nur, weil ich Deutsche mit Techno assoziiere.

Scott Rudd ist noch bis Ende Februar in Neukölln im o.T. Bar Projektraum (Weichselstraße 55), immer Donnerstags um 20.30 zu sehen.

Infos zu seiner Musik und Fotografie gibt es hier:

http://www.scottruddmusic.com
http://www.scottruddphotography.com

Foto: © Scott Rudd

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