Maerchenbrunnen

Menschen, Orte und Geschichten in Friedrichshain.

# JANINE

Musikjournalistin 

Janine hebt sich ab und gehört zu einer fast schon ausgestorben scheinenden Spezies in Friedrichshain: sie ist tatsächlich hier geboren und aufgewachsen - Berlinerin in fünfter Generation. Mittlerweile wohnt sie zwei Parallelstraßen von der ehemaligen Wohnung ihrer Großmutter in der Gryphiusstraße entfernt. Als sie ihren Großeltern erzählte, dass sie, nach Umwegen, wieder nach Friedrichshain zieht, wollten sie gleich wissen, ob die alten Kneipen noch da sind. 

Janine, was hat Dich in letzter Zeit an Friedrichshain geärgert? So richtig geärgert hat mich ein Konzert in der neuen Kneipe im Nachbarhaus, Mittwochabend ab 23 Uhr. Die Wasserflasche auf meinem Wohnzimmertisch hat vibriert und ich musste am nächsten Morgen früh aufstehen.

Bedeutet Friedrichshain ‘Heimat’ für Dich und wie siehst Du die Veränderungen der letzten Jahre? Jepp, der Friedrichshain ist meine Heimat. Klar kann man immer rumheulen, dass früher alles besser war. Das ist aber eine ganz normale Stadtentwicklung. Ehrlich, Ende der Neunziger hätte ich dort nicht leben wollen. Alles grau und heruntergekommen. Mich stört nur die Mietsteigerung. Lange kann ich mir das nicht mehr leisten und ich will hier nicht weg.

Was hat Friedrichshain anderen Bezirken voraus? Keine Ahnung, wo der Vorteil gegenüber anderen Bezirken liegt. Vielleicht, dass ich am Ostkreuz ideal angebunden und schnell in Kreuzberg, am Alex oder im Treptower Park bin.

Wo gibt’s den besten Kaffee und wo trinkt man am besten Bier? Den besten Kaffee gibt es bei Caras am Hackeschen Markt, hihi. Bier trinkt man am besten im SIEBEN*. 

Was müsste passieren, dass Du Friedrichshain verlässt? Wenn ich mir die Miete nicht mehr leisten kann, muss ich hier wegziehen.

Wie klingt Friedrichshain für Dich? Chelsea Wolfe - Friedrichshain** oder Electralane - Tram 21***

* SIEBEN, Sonntagstraße 7.

**http://www.youtube.com/watch?v=YLGCtDueU_4

***http://www.youtube.com/watch?v=VfhwVbgr7v4

Foto: © M.ika