# GIANLUCA
Ein Römer in Friedrichshain.

In Gianlucas Bistro Aspettando Filippo hängen Claudia Cardinale und Vittorio Gassmann nicht nur an der Wand, man kann auch probieren, wie sie schmecken würden, wären sie als Ciabatta wiedergeboren. Scharf und pikant wie Vittorie de Sica oder sinnlich und vollmundig wie die Loren? Weil es ihm in Rom zu stressig war, wagte Gianluca vor drei Jahren einen Neuanfang in Berlin, und wartet seitdem ziemlich oft auf Filippo.
Warum hast Du das Aspettando Filippo in Friedrichshain eröffnet und nicht woanders? Als ich nach Berlin kam, habe ich einige Zeit in Friedrichshain gewohnt und den Bezirk vor allen anderen näher kennengelernt. Auch meine beiden jetzigen Geschäftspartner haben zu der Zeit in Friedrichshain gearbeitet und so haben wir wie selbstverständlich unsere Bar hier geöffnet.
Wer wartet auf Filippo und warum eigentlich? Als wir drei unsere Bar eröffnen wollten, haben wir uns oft getroffen, um unsere Ideen zu besprechen. Aber einer von uns, Filippo, war aus irgendwelchen Gründen oftmals nicht anwesend oder wir haben auf ihn gewartet. Inbegriffen den Tag, an dem wir den Namen für unsere Bar ausdiskutiert haben…aus der Situation heraus, entstand dann spontan der Name ‘Aspettando Filippo – Wartend auf Filippo’. Wir finden es auch sehr amüsant und nett, dass einige Kunden in dem Namen eine Parallele zu ‘Aspettando Godot – Warten auf Godot’ von Samuel Beckett sehen.
Was magst Du an Friedrichshain? Hauptsächlich die lässige Stimmung und die verschiedenen Möglichkeiten, die der Bezirk einem bietet; z.B. die Zeit tagsüber in einem gemütlichen Café lesend mit einem Cappuccino verbringen oder dann in einen Club gehen bis in die Morgenstunden.
Was nervt Dich an Friedrichshain? Wer aus Rom kommt, ist abgehärtet. Ich lasse mich also nicht so schnell ärgern.
Was können die Friedrichshainer von den Italienern lernen? Es kommt auf den Typ Italiener drauf an….Allgemein habe ich die Erfahrung gemacht, dass man immer irgendetwas von den anderen lernen kann, ob Deutscher oder Italiener.
Nach was riecht Friedrichshain? Und nach was Deine Heimat? Als ich in Friedrichshain ankam, roch es für mich nach Zukunft, nach Neuanfang, ich fühlte mich wie ein Maler vor seiner noch weißen Leinwand. Rom dagegen riecht und wird für mich immer nach Heimat, nach Familie, nach Kindheit riechen.
Wer sind Eure Gäste im „Aspettando Filippo“? Bei uns kommen unterschiedlichste Leute vorbei. Es sind vor allem junge Leute, die sich für eine Weile in unserem Bistro entspannen oder mit Freunden einen gemütlichen Abend verbringen wollen.
Welcher Persönlichkeit würdest Du gern mal einen Drink servieren? Darüber habe ich noch nie nachgedacht…ein Schriftsteller oder Musiker auf jeden Fall. Nick Hornby oder Paul Weller wären nicht schlecht.
Was tust Du gegen die Berliner Kälte? Irgendwelche speziellen Tips, Getränke oder Rezepte? Ich trinke literweise Tee, obwohl das nicht gerade mein Lieblingsgetränk ist. Im Allgemeinen beschwere ich mich nicht über das Wetter, aber ich muss gestehen, die letzten Wochen waren schon ziemlich hart.
Widme Deinem Kiez ein Lied! The Rakes - ‘1989’ (im Berlin-Interview/Anm.d.R.) und Brian Eno - ‘Needle in the Camel’s Eye’
Aspettando Filippo/Wühlischstraße 37/täglich außer Montags.
Jeden 2. und 4. Freitag im Monat: Aperitivo
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von blink-and-its-over als Favorit markiert
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von maerchenbrunnen gepostet