Maerchenbrunnen

Menschen, Orte und Geschichten in Friedrichshain.

# NOEL

Sportjournalist und Radiomoderator aus Vught, Niederlande.

Seit 2005 kommt Noël regelmäßig mit seinem Vater für ein paar Urlaubstage nach Berlin. Nachdem ihn die Stadt bei seinem ersten Besuch nicht sonderlich begeistert hatte, wurde es zwei Jahre später dann doch Liebe auf den zweiten Blick. Eine tragende Rolle bei dieser Lovestory spielt dabei Friedrichshain – im Industriepalast-Hostel in der Warschauer Straße logierte er, als er zum ersten Mal ohne Papas Aufsicht die Stadt unsicher machte. Seitdem werden seine Besuche bei uns immer länger und immer häufiger - „Friedrichshain hat einen festen Platz in meinem Herzen.“ Wie genau wir das geschafft haben, erzählt uns Noël kurz nachdem er wieder in seinen Heimatort Vught zurückgekehrt ist.


Noël, was findest Du eigentlich so toll an Friedrichshain? Die Atmosphäre, die Kultur, die Oberbaumbrücke…und das absolut tolle Nachtleben.

Wie unterscheidet sich Berlin von Deiner Heimatstadt in den Niederlanden? Einfach alles ist anders. Ich lebe in einem kleinen Ort in der Nähe von Eindhoven und seitdem ich das erste Mal das Berliner Nachtleben erkundet habe finde ich das Ausgehen zu Hause einfach nur noch langweilig. Da bleib ich lieber gleich zu Hause und denke die ganze Zeit an Berlin, Berlin, Berlin.

Was hat Dich am meisten an Friedrichshain überrascht? Dass die Menschen so wahnsinnig nett sind. Ich liebe die deutsche Sprache, ich verstehe fast alles, aber weil ich die Sprachen ständig mixe, spreche ich nicht perfekt deutsch. Absolut genial fand ich auch die Architektur in der Warschauer Straße, die Simon-Dach-Straße und den RAW-Club.

Was vermisst Du am meisten aus den Niederlanden, wenn Du in Berlin bist? Eigentlich gar nix. Als ich im Hostel einen Spanier und einen Isländer kennengelernt habe, bin ich mit denen in die holländische Snackbar De Molen in der Nähe vom Ostkreuz gegangen…aber nicht, weil ich Heimweh hatte, sondern weil die beiden einfach neugierig auf holländisches Essen waren. Wenn ich irgendwo anders als zu Hause bin versuche ich, mich mehr oder weniger wie ein Einheimischer zu verhalten, und das habe ich in Berlin auch getan.

Und was vermisst Du, wenn Du nicht in Berlin bist? Gibt’s ein Berliner Ritual, dass Du verfolgst? Ich suche schon die ganze Zeit nach einem anständigen Currywurst-Rezept, aber das ist total schwer zu finden. Tips werden gerne angenommen! In meinen Wohnzimmer habe ich eine deutsche Flagge aufgehängt und ich schaue mir ziemlich oft die Bilder an, die ich in Berlin gemacht habe.

Wie sehen Deine Pläne aus, kommst Du bald nach Berlin zurück? In dem Moment, in dem ich Berlin verlasse, mache ich immer schon Pläne für meine Rückkehr. Ich komme schon bald, Ende Juli, zum Testspiel vom 1. FC Union gegen den PSV Eindhoven, dann will ich nochmal im September oder Oktober nach Berlin kommen. Vielleicht komme ich auch zum Deutschlernen für eine längere Zeit.

Welcher Song erinnert Dich an Friedrichshain? Eine bessere Frage wäre: welcher Song erinnert mich nicht an Friedrichshain? An Berlin denken muss ich aber ganz besonders, wenn ich Wir sind Helden höre. Neulich habe ich einen Song von der Band Lonely Planet Germany gehört, der mir total gut gefallen hat. Laserkraft 3D mit Nein, mann! Ist auch immer gut. Und, natürlich: Berlin Sunrise von Fink.

Und noch ein letztes Wort zu unserem Kiez. Man muss Friedrichshain einfach lieben. Es gibt keine andere Option.

Wer der niederländischen Sprache mächtig ist: Noëls Freundin Marjolein betreibt den Berlin-Blog http://berlijn-blog.nl/

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